25. Juli 2015

Gilde der Jäger: Engelszorn

Gilde der Jäger: Engelszorn

(Rezi geschrieben von Andrea aka Yomi)

 

Bildquelle: egmont-lyx.de



Produktinformation: 

Taschenbuch: 391 Seiten
ISBN: 9783802582752
Autorin: Nalini Singh
Sprache: Deutsch
Amazon: Klick.
Verlag:  Lyx





Inhalt:

Der Kampf gegen einen abtrünnigen Engel kostet Elena Deveraux fast das Leben. Nur die Liebe des Erzengels Raphael bewahrt die Jägerin vor dem sicheren Tod - und verwandelt sie selbst in einen Engel. Das weckt die Aufmerksamkeit der Unsterblichen Lijuan, der Herrin der Toten. Sie spricht eine Einladung aus, die nicht einmal Raphasel ausschlagen kann. [Klappentext. In den späteren Rezensionen von mir, werde ich den Inhalt selbst zusammenfassen!]

 Rezension:

Soo, hier nun also meine Rezension zum 2. Buch der "Gilde der Jäger" Reihe von Nalini Singh.

Positives über Engelszorn:
Zum einen hat mir die Darstellung der Zufluchtstätte der Engel sehr gut gefallen. Es wurde genauer darauf eingegangen wie das mit jungen Engeln bzw mit den Kindern der Engeln ist. Wie diese aufwachsen zb. Außerdem konnten wir uns selbst ein Bild über diese unschuldigen kleinen Wesen machen, die den Titel "Engel" wirklich verdient haben. (Eine genauere Beschreibung wie Engel eigentlich aufwachsen hatte ich mir schon im ersten Band gewünscht, weswegen ich jetzt sehr zufrieden bin das eine meiner Fragen geklärt wurde).
Desweiteren mochte ich es inwiefern wir einige von Raphaels Sieben genauer kennenlernen konnten. Andere wiederum kamen in diesem Buch das erste mal vor und wurden vorgestellt. Das vor allem auf Illium mehr eingegangen wurde, fand ich unglaublich gut! :D Jeder von Raphaels Sieben hat einen gut ausgearbeitet Charakter und ich bin sehr gespannt mehr von ihnen zu erfahren. Michaela wurde in diesem Buch auch mal von einer etwas anderen Seite gezeigt. Diesen Verlust den sie früher erlitt, machte sie für mich zumindest ein bisschen sympathischer und irgendwo auch menschlicher (lasst sie das bloß nicht hören!).
Nun folgt, für mich, der größte Pluspunkt des Buches. Elenas Vergangenheit. Die Art und Weise wie wir die Vergangenheit von Elena präsentiert bekommen haben, war wirklich sehr gut geschrieben. Das Elena sehr an diesen dunklen, brutalen Erinnerungen leidet wurde unglaublich gut rüber gebracht. Sobald Elena wider einen "Albtraum" hatte, kam gut zur Geltung das Nalini Singh nicht nur erotisch und fröhlich schreiben kann, sondern das sie auch ein Händchen dafür hat dunkle Szenarien zu erschaffen. Ich muss gestehen das ich Slater Patalis in den Erzählungen extrem interessant fand. Mich hätte es gefreut wenn nicht nur beschrieben worden wäre was er Elena und ihrer Familie angetan hat, sondern wie er überhaupt zu so einer Art Monster wurde (und wie er später niedergestreckt wurde). Offen blieben bei mir aber dann doch noch einige Fragen zu Elenas Vergangenheit, da einige Teile irgendwie ausgelassen wurden bzw es nicht wirklich zusammenhängend erzählt wurde. Da nun Elenas Vergangenheit recht gut beleuchtet wurde (auch in Bezug auf die Beziehung zu ihrem Vater) hoffe ich nun, das im dritten Buch näher auf Raphaels Vergangenheit eingegangen wird. Immerhin wäre das naheliegend.

Negatives über Engelszorn:
Elena ging mir zeitweise in diesem Buch ziemlich auf den Keks. Das lag wohl auch daran das viel zu oft erwähnt wurde das sie es einfach nicht fassen kann das Raphael nun ihr gehört. (Es wurde wirklich oft wiederholt, zwar in einer anderen Wortform, aber immer wider der gleiche Inhalt). Was mich auch sehr gestört hat war, das sie einerseits keine Lust hatte sich ihm zu "ergeben", andererseits wollte sie aber auch das er die Kontrolle übernimmt und sie quasi beherrscht. Es war ein ständiges hin und her (Nun kann ich auch die Männer verstehen. Wir Frauen sind viel zu kompliziert .__.). Dann wollte sie das er aus ihren Gedanken bleibt und das er ihren Wunsch nach Privatsphäre respektiert, dann später war ihr das auf einmal egal und ach..es hat mich einfach genervt. Nichtmal die erotischen Szenen konnten das ganze hin und her, und ihre total unbegründete/bescheuerte Angst er könnte sie nicht lieben, retten. Anstatt wirklich teilweise Kapitelweise immer nur damit zu beschäftigen, hätte die Autorin in meinen Augen besser daran getan die eigentliche Geschichte voranzutreiben. Denn, das eigentliche Hauptthema des Buches, war ja die Einladung von Lijuan zu ihrem Ball und darauf folgten dann Elenas Vorbereitungen und ihre Albträume. Parallel hat die Autorin aber noch einen Handlungstrang (stellt es euch wie eine Art Nebenquest vor xD) eingefügt. Nämlich das Urams Platz frei geworden ist und nun jemand anderes zum Erzengel aufsteigen kann. Natürlich hat sich dieser Anwärter gedacht "Ach lass mal brutal den Sitz erobern und gleichzeitig noch Elena ein bisschen Angst einjagen". Leider waren diese Zwischenfälle nicht ansatzweise so schön brutal und dunkel beschrieben, wie Elenas Vergangenheit, was ich unglaublich schade fand. Es hätte für mich ab der ersten Tat ruhig düsterer und spannender weitergehen können. Mir fehlte dieses bedrohliche prickeln, wie es bei Elenas Vergangenheit der Fall war. Aber nein, Singh hat sich gedacht sie lässt dann einfach mal ein paar erotische/romantische Szenen einfließen um die Stimmung zu lockern. Meh.

Randnotiz: (Übrigens ist mir aufgefallen, das die Autorin immer versucht mehrere Handlungen in ein Buch zu packen. Sie legt in meinen Augen dann meist, bei mehreren Handlungsträngen, das Merkmal auf eben den falschen Handlungstrang weswegen die eigentliche Haupthandlung dann darunter leidet.)

So um aber nun zum eigentlichen Meckerpunkt zu kommen. Das Ende. Das Ende des Buches war für mich unglaublich enttäuschend! Nach all dem Gerede wie gefährlich die Wiedergeborenen waren und wie viel Macht Lijuan gehabt hat, hatte ich mit einem großen, spannenden, nervenaufreibenden Finale gerechnet. Aber nein! Kaum ging es zur Sache, war der Kampf auch schon gewonnen und das Buch war zu Ende. Es war einfach viel zu sehr übereilt und ich hatte das Gefühl das die werte Autorin endlich das Buch zu Ende schreiben wollte. Das hat mich wirklich unglaublich genervt. Immerhin war ich seit Anfang des Buches auf die Widergeborenen gespannt gewesen und dann stellte sich heraus, das die keinen Einfluss auf das Finale haben oder in jeglicherweise bedrohlich waren. Irgendwie schafft es die Autorin jedes Mal das Ende ganz abrupt zu beenden und jegliche Spannung die bei dem Finale anwesend sein sollte, einfach von einer Sekunde auf die andere verpuffen zu lassen. Und jetzt kommt mir nicht mit "Aber im Epilog stand doch, warum Lijuan so schnell besiegt wurde"..ein so starker, kluger und alter Erzengel hätte sich doch nie freiwillig fertig machen lassen. Das ergibt für mich keinen Sinn und passt auch nicht zu ihr. Das sie danach eine ganz neue Form angenommen hat und Raphael sie fragt ob sie das ganze so geplant hat, ist für mich keine Entschuldigung ein so unspektakuläres Ende zu schreiben. Für mich klang der Epilog eher nach einer Art Rechtfertigung warum Lijuan so schnell weg vom Fenster war.


Abschließende Meinung:
Nalini Singh macht in meinen Augen genau die gleichen Fehler wie im ersten Buch, deswegen bekommt auch Engelszorn von mir nur 3 von 5 Sternen. Allerdings hat sich das Buch auch nicht verschlechtert, sondern bleibt konstant mit dem Niveau des ersten Buches auf einer Wellenlänge. Wer den ersten Teil gelesen hat, und recht zufrieden damit war, dem würde ich also auch empfehlen das 2. Buch zu lesen. Wer den ersten Teil schon nicht so berauschen fand, wird auch diesem Teil nicht viel abgewinnen können.

Bewertung:

3 von 5 möglichen, verrückten Gesichtern.

 

Habt ihr die "Gilde der Jäger"-Reihe gelesen? Oder habt ihr ein anderes Buch von Nalini Singh gelesen? Findet ihr, ihre "Gestaltwandler"-Reihe oder die "Gilde der Jäger"-Reihe besser? Lasst mir eure Meinung in die Kommentare.

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