25. August 2015

Still Missing

Still Missing - Kein Entkommen

(Rezension geschrieben von Andrea)



  Produktinformation:

 

  ISBN: 9783596187164
  Autor: Chevy Stevens

  Taschenbuch: 412

  Sprache: Deutsch

  Verlag: Fischer

  Amazon: Klick.

 




Inhalt:
"Ein ganz normaler Tag, ein ganz normaler Kunde mit einem freundlichen Lächeln. Doch im nächsten Moment liegt die junge Maklerin Annie O'Sullivan betäubt und gefesselt in einem Lastwagen. Als sie erwacht, findet sie sich in einer abgelegenen, schallisolierten Blockhütte wieder. Ihr Entführer übt die absolute Kontrolle über sie aus. Ein endloser Albtraum beginnt, hinter dem ein noch schlimmerer auf sie wartet." [Quelle: Fischer]

Rezension:

Hachja. Ich hatte relativ hohe Erwartungen an das Buch, da ich bei der Fragerunde (auf LB) zu Chevy Stevens dabei war und ich dadurch unglaublich gespannt auf ihre Bücher war. Ehrlich gesagt, hader ich nun schon seit mehreren Minuten wie ich meine Rezension beginnen soll und wie ich beschreiben soll warum und wieso dieses Buch die Bewertung bekommen hat, die es eben bekommen hat. Ich fang einfach mal mit dem Schreibstil an. Der Schreibstil bzw die Erzählweise ist für einen Thriller doch eher ungewöhnlich würde ich sagen. Annie erzählt ihrer Therapeutin wie sie entführt wurde, was in der Blockhütte geschah und wie sie sich bei der ganzen Sache fühlt und gefühlt hat. Dabei nehmen wir als Leser quasi die Rolle eben jener Therapeutin ein, der Annie ihre Geschichte erzählt. Durch diese Erzählweise muss ich leider sagen ist einiges an Spannung verloren gegangen ist. Hat man sich beim Klappentext noch gefragt ob Annie ihre Entführung überlebt, wird das schon direkt nach dem ersten Kapitel geklärt. (Ich hoffe jetzt stark das dies nicht als Spoiler zählt! Aber ich weiß nicht wie ich sonst den Verlust der Spannung erklären soll, ohne eben jenen wichtigen Aspekt zu erwähnen.)
Für mich war das wirklich schade. Es passieren zwar wirklich grauenhafte Dinge in dieser Blockhütte und es waren auch viele unerwartete Dinge darunter, aber da man direkt am Anfang erfährt ob sie überlebt oder nicht, nimmt das einiges an Wind aus den Segeln. Was wiederum durch den Schreibstil und die Erzählweise sehr gut zur Geltung kommt, sind die Gefühle und Ängste von Opfern einer Entführung. Wie schaffen es Opfer einer Entführung nach so einer Erfahrung in ihr Leben zurück zu kehren? Wie gehen Freunde und Familie damit um? All das sind Fragen, die in dem Buch vorkommen und geklärt werden. Das Ende hat noch einen Plottwist auf Lager, der mich schockiert hat. Für meinen Geschmack hätte dieser zwar nicht sein müssen, aber ich denke die Autorin wollte damit einfach noch ein gutes Finale kreieren. Was das lesen auch sehr interessant gemacht hat, ist das man alle Charaktere wirklich aus den Augen von Annie sieht. Man wird manipuliert Person XY blöd oder Person Z toll zu finden. Je nachdem wie Annie ihre Meinung zu einer Person geändert hatte, so änderte ich als Leserin auch meine Meinung über die Person. Ihr müsst euch das so vorstellen als würde sich eure beste Freundin über eine Arbeitskollegin beschweren. Man erhält dann natürlich ein gewisses Bild über eben jene Arbeitskollegin. Durch die Erzählweise haben wir auch nur die Meinung von Annie zu den Personen.
(Ich hoffe echt man versteht was ich hier versuche zu erklären xD)

Noch ein kurzes Wort zu den Charakteren. Annie ist eine sarkastische, biestige und schwarz sehende Person. Genau diese Charaktereigenschaften bringen einen immer wieder zum schmunzeln. Was schmunzeln? In einem Thriller? Ja, richtig gelesen. Um mal eine Stelle zu zitieren:
"Er wirkte zuverlässig. Ruhig. Wenn dieser Typ auf der Titanic gewesen wäre, hätte er zuerst seinen Kaffee ausgetrunken." (Seite 288) Gut, das ist jetzt kein Zitat was Annies hang zum Sarkasmus zeigt, aber solche amüsante Beschreibungen kommen öfter im Buch vor und lockern das ganze oftmals auf. Der Entführer war ein richtiger Bilderbuchpsychopath. Wer solche Kerlchen interessant findet, wird auch dieses Buch mögen, denn der Kerl hatte wirklich eine Schraube locker!
Alles in allem fehlte mir bei dem Buch aber zwischenzeitlich einfach die Spannung. Es hat mich gut unterhalten, aber ich war auch nicht sonderlich über die Auflösung am Ende begeistert. Das war einfach..irgendwie..over the top.

Abschließende Meinung:
Ich hatte zu hohe Erwartungen an das Buch. Die Erzählweise war zwar interessant und auch die Story war zeitweise wirklich spannend, konnte mich aber dann doch nicht aus den Socken hauen. Trotzdem würde ich das Buch weiterempfehlen. Vor allem den Leuten, die daran interessiert sind zu erfahren wie es den Opfern ergeht, nachdem sie eine Entführung überlebt haben, dürften mit dem Buch mehr als zufrieden sein.
Von mir bekommt "Still Missing - Kein Entkommen" 3 von 5 verrückte Gesichter.


Habt ihr Still Missing gelesen? Oder evtl andere Bücher von Chevy Stevens? Schreibt mir auch mal in die Kommentare ob für euch meine Rezi Spoiler enthält oder nicht. Ich bin mir da irgendwie unsicher o:

Andrea

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