26. Januar 2016

Der Zeitfluch

Der Zeitfluch
Guineveres Träume

(Rezension geschrieben von Andrea)

 

 
Produktinformationen:


Autor: Alexander Macho
Paperback: 256 Seiten 
ISBN: 9781512247824
Amazon: Klick
Preis: 9,99€







Die Rezension auf dem Blog, wird sich etwas von der auf Lovelybooks unterscheiden. Auf LB wird das ganze etwas, naja, seriöser und hier soll das ganze etwas unterhaltsamer und weniger ernst werden. Da ihr nun gewarnt seid, viel Spaß bei der Rezension :)  

Inhalt:

Guinevere geht auf eine Privatschule voller reicher Schnösel. Sie führt ein ganz normales Teenagerleben, bis sie eines Tages merkwürdige Träume hat. Es handelt sich um Träume aus dem Mittelalter und in diesen Träumen ist sie eine Prinzessin. Als dann auch noch ein neuer Schüler ihrer Klasse zugeteilt wird, beginnt Magie einen großen Teil ihres Alltags einzunehmen. Diese Magie und die damit verbundenen Gefahren beginnen ihr Leben komplett durcheinanderzubringen.

Rezension:

Diesesmal wird meine Rezension etwas kürzer ausfallen, als sonst. Hoffe ich.

Guineveres Träume ist ein schön geschriebenes Buch, das die Jugendsprache und englische Begriffe wunderbar einbindet. Sowohl bestimmte jugendliche Begriffe als auch englische Wörter werden nicht übertrieben viel benutzt, sondern sind gekonnt gesetzt und haben mir den Eindruck gegeben, das sich der Autor damit auseinandergesetzt hat. Viele Bücher scheitern ja viel zu oft daran, eine übertriebene Jugendsprache zu verwenden, aber dieses Buch wechselt sehr schön von poetischen Vergleichen zu wunderbar authentischen Gesprächen zwischen den Jugendlichen.
Die Charaktere in diesem Buch waren durchwachsen. Unsere Protagonistin Guinevere mochte ich am liebsten, da sie durch und durch eine authentische Person ist und sehr menschlich handelt. Obwohl sie mit Magie zu tun hat, handelt sie so, wie jeder Mensch in ihren Schuhen handeln würde. Sie setzt die Magie für ihre Zwecke ein.

Ich mein, jetzt mal ehrlich. Wir bekommen viel zu oft Charaktere vorgesetzt die so um die 16 bis 18 Jahre alt sind und die die Magie nur für das Gute nutzen wollen. Der Großteil der Jugendlichen würde sich normalerweise die neuste Technik beschaffen oder einen batzen Geld, aber die ach so guten Buchcharaktere haben natürlich viel zu hohe Moralvorstellungen um das überhaupt in Erwägung zu ziehen.

Mit den anderen Charakteren bin ich im Verlaufe des Buches noch nicht ganz so warm geworden. Vor allem Lance, der (heißt das der?) Love Interest von Guinevere ist sehr blass geblieben. Er war halt der 0815 beliebte, nette Junge.
Im Gegensatz zu ihm, fand ich den Klassenclown Calvin um längen interessanter.
Eric, der mysteriöse neue Mitschüler hat auch direkt mein Interesse geweckt, aber mal abgesehen von diesen Jungs und unserer Protagonistin konnten mich die anderen Charaktere bisher noch nicht so ganz überzeugen. Was jetzt nicht heißen soll, das ich die anderen Charaktere langweilig finde. Im Gegenteil. Sie waren alle ganz nett, aber mir fehlte einfach noch die nötige Tiefe um mich vollends zu überzeugen. Benötigte Charaktertiefe wird aber hoffentlich im zweiten Buch der Reihe folgen.
Die Romance in diesem Buch war für mich ein etwas größerer Kritikpunkt. Es ging alles viel zu schnell. Vee's (Guineveres Spitzname) Gefühle konnte ich vor allem gegen Ende einfach überhaupt nicht nachvollziehen, da die Romance oftmals komplett in den Hintergrund gerückt wurde. Versteht mich nicht falsch, ich habe nichts dagegen wenn eine Romanze in den Hintergrund rückt, damit die eigentliche Story voran kommt, aber ich hatte einfach das Gefühl das das ganze nicht richtig ausbalanciert ist. Plötzlich schoss dann wider die Liebesgeschichte in den Vordergrund und Vee's Gefühle waren auf einmal total wichtig und dann liest man Kapitelweise überhaupt nichts mehr von ihren romantischen Gefühlen.
Ähnlich verhielt es sich mit der eigentlichen Story. Es war ein auf und ab. Das Buch hatte seine Längen, aber dann auch immer wider Kapitel dazwischen die mich gefesselt haben. Sehr interessant waren vor allem die Kapitel über die Träume oder die Auswirkungen von der Magie. Das Buch hat in den letzteren Kapiteln seinen Spannungshöhepunkt erreicht und hat es dann mit dem letzten Kapitel und dem Epilog langsam ausklingen lassen, was ich sehr begrüßt habe. Vor allem der Epilog hat gut geendet und Lust auf mehr gemacht. Trotzdem muss ich gestehen, das mir einfach zu viele Kapitel dabei waren, in denen einfach zu wenig passiert ist.
Mein größter Kritikpunkt liegt aber darin, das Vee jemanden in ihrer Umgebung hatte, die ihr in einem Rutsch alles hätte erklären können. Leider war das aber nicht der Fall und Vee wurde mit ihren Träumen und der Magie viel zu lange alleine gelassen, was mich einfach unfassbar genervt hat.

Da hat man jemanden, der einem alles sofort erklären kann und dann wird irgendeine unsinnige Ausrede vorgeschoben, damit diese Person erstmal verschwindet. Ich hasse sowas in Jugendbüchern! Klar es soll der Spannung dienen, wenn die Charaktere erstmal mit ihren Fähigkeiten alleine gelassen werden, aber warum erschaffen die Autoren dann trotzdem eine Person im Umfeld der begabten Person nur um dann solche Sprüche rauszuhauen wie: "Das musst du schon selbst herausfinden." oder "Ich muss erst was anderes erledigen und dann helfe ich dir bei deinem Problem". Gott. Dann lasst doch bitte diese wissenden Personen komplett weg, wenn die sowieso keinen Bock haben zu helfen. Sorry das ich mich da gerade so drüber aufrege, aber das ist genauso als wenn man vor einem schweren Matheproblem steht und den Lehrer um Hilfe bittet und der haut dann einfach ab, nur um kurz vor den Prüfungen wider aufzutauchen und dann doch den Lösungsweg zu erklären.

Abschließende Meinung:
Das Buch hat seine Längen und Schwächen, aber es hat mich doch zwischenzeitlich sehr schön gefesselt und überrascht. Von mir gibt es daher gute 3 von 5 verrückten Gesichtern. Da die Action und Spannung am Ende des Buches erst so richtig angefangen hat, werde ich diese Buchreihe im Auge behalten und ich bin gespannt wie es weiter geht. Potential hat die Story nämlich auf jeden Fall!

Wie sieht es bei euch aus? Mögt ihr es lieber wenn die Protagonisten alles über ihre neuen Kräfte alleine rausfinden oder wenn sie durch einen Lehrer schrittweise eingeweiht werden? Was sagt ihr dazu das besagte Lehrer und Helfer andauernd sterben oder verschwinden, ohne unserem Protagonisten in irgendeiner Weise behilflich gewesen zu sein? Findet ihr diese Charaktere dann auch eher unnötig oder findet ihr sie wichtig?

Andrea

Kommentare:

  1. Ich kann mich zu der Frage nicht entscheiden - mit einem Mentor wird alles von Anfang an klarer, aber wenn die Hauptfigur alles selber entdeckt, ist es manchmal noch interessanter ... Richtig ärgere ich mich aber, wenn die Figuren nach wenigen Tagen/Wochen sofort ALLES können. Sie bekommen ein Schwert in die Hand gedrückt, üben ein paar Tage und können natürlich sofort schlachterfahrene Krieger aufs Kreuz legen. Wenn es unrealistisch wird, verdrehen sich meine Augen wie automatisch ;)

    lg Julia

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    1. Hey Julia,

      danke für deinen Kommentar :)
      Da kann ich dir nur Recht geben. Wenn die Protagonisten irgendwie ein angeborenes Talent haben und dadurch schneller lernen, ist das ja noch irgendwie nachvollziehbar, aber wenn die dann nur wenige Tage trainieren und easy peasy den stärksten Krieger des Landes plattmachen, dann ist echt schicht im Schacht xD Immerhin dient ja das lernen einer Fertigkeit zur Charakterentwicklung und es wäre viel spannender zu lesen, wenn auch mal ein Protagonist einen Rückschlag einstecken muss.

      Liebe Grüße
      Andrea

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