8. Juli 2016

[R] CyberWorld 1.0

CyberWorld 1.0: Mind Ripper
(Rezension geschrieben von Andrea)






Preis: 4,99 € [eBook]
Einband: eBook
Seitenanzahl: 334 Seiten
Altersempfehlung: ab 12 Jahren.
Meine Wertung: 3 verrückte Gesichter.
Reihe: 1. Buch der "CyberWorld" Reihe.
Autor: Nadine Erdmann
Verlag: Greenlight Press
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Bevor ihr jetzt meine Rezension zu dem Buch lest, möchte ich noch kurz etwas anmerken. Mir fiel das schreiben der Rezension schwerer als sonst, was vermutlich teils auch an meiner Leseflaute liegt. Aus diesem Grund finde ich diese Rezension deutlich schlechter gelungen, als meine anderen. Egal wie oft ich nun schon was an dieser Rezension geändert habe, irgendwie bin ich trotzdem nie mit dem Ergebnis zufrieden. Kennt ihr das auch? Also das ihr ständig an einer Rezension rumarbeitet und sie will und will einfach nicht gefallen, egal was ihr ändert?

Inhalt:

London 2038: Die drei Jugendlichen Jemma, Jamie und Zack verbringen viel Zeit im Cybernetz. Diese Technik ermöglicht Unterhaltung für jeden Geschmack. Ob man nun in interaktiven Rollenspielen Abenteuer besteht oder in einem angesagten C-Club die Musik genießt, im Cybernetz ist fast alles möglich. Allerdings passiert etwas tragisches. 3 Jungen fallen während ihres Aufenthalts im Cybernetz ins Koma. Jemma, Jamie und Zack gehen der Sache auf den Grund. Bei ihren Nachforschungen stoßen sie auf Informationen über den Mind Ripper. Wer oder was steckt dahinter?

Rezension:

Zu Beginn des Buches bekommen wir einen Einblick in den Alltag unserer drei Protagonisten Jamie, Jemma und Zack. Da das ganze im Jahre 2038 spielt, gibt es einige Unterschiede zu unserem heutigen Alltag. Die Technik ist viel weiter forgeschritten. So haben Jemma und Jamie beispielsweise einen Hausroboter der Max heißt. Dieser wird auch dringend benötigt, da Jamie seid einem Unfall im Rollstuhl sitzt. Der Roboter geht also auf die besonderen Bedürfnisse von Jamie ein und erleichtert ihm und seiner Familie den Alltag. Ein weiterer wichtiger Bestandteil im Leben der Jugendlichen sind die sogenannten CyberSpecs. Vergleichbar sind diese mit den heutigen VR-Brillen, wobei die CyberSpecs natürlich viel mehr drauf haben. Setzt man sich diese Brillen auf, so gelangt das Bewusstsein in die CyberWorld, während der echte Körper zu Hause im Bett liegt. Wenn du ein Gamer bist, wird dir jetzt vermutlich bewusst wie cool Onlinespiele mit diesen Dingern sein müssen und genau das ist ein wirklich riesen Pluspunkt  des Buches. Unsere Protagonisten sind nämlich leidenschaftlicher Gamer und wir verfolgen die drei beim zocken. Dabei sind die Spiele wirklich atmosphärisch beschrieben und der ein oder andere Rollenspieler wird nostalgisch an seine ganzen Spielzeiten in MMORPG's zurückdenken. Schreibstiltechnisch hat die Autorin einiges drauf, wennauch der Satz "Figur Xy beißt sich auf die Unterlippe/Lippe" ziemlich oft vorkommt. 
Vor allem gefallen haben mir die Eindrücke in dem Cybergame Dark Grove. Es handelt sich dabei um ein düsteres Setting und die Autorin hat es geschafft das es mir das ein- oder anderemal ziemlich mulmig in der Magengegend wurde.
Von Schreibstil und Weltenaufbau, kommen wir nun noch kurz zu den Charakteren. Diese waren mir alle ziemlich sympathisch. Allen voran Jemma, die ich von ihren Entscheidungen her noch am besten nachvollziehen konnte. Schön fand ich in diesem Buch auch die Beziehung von Zack und Jamie. Zwar haben die beiden recht viel rumgestritten, aber ich finde es vorbildlich und toll, das die Autorin sich an ein homosexuelles Pärchen gewagt hat. Homosexualität kommt ja noch recht selten in Büchern vor. Vor allem in Jugendbüchern. 
Wie ich ja bereits einige Sätze zuvor schrieb, ging mir nur das ständige Gezanke auf den Zeiger. Die Streiterein fühlten sich einfach so an als würden sie sich die gaaanze Zeit im Kreis drehen und ich war einfach froh als diese Passagen endlich vorbei waren. 
Wie hat mir CyberWorld 1.0 storytechnisch gefallen? Zu Beginn war ich noch recht begeistert. Die Idee das die Jugendlichen einem gefährlichen Mind Ripper auf die Schliche kommen wollen, klang super spannend und nervenaufreibend. Leider stellte sich heraus, das ich falsche Erwartungen an die Geschichte hatte.
Die Abschnitte in der CyberWorld sind wirklich spannend und atmosphärisch, aber die Kapitel, die in der richtigen Welt spielen, unterbrechen diese Spannung ungemein. 
In der echten Welt kämpfen die Jugendlichen mit ganz normalen Problemen und ich muss wirklich gestehen, das ich innerlich aufgestöhnt habe, wenn die Jugendlichen wieder zurück ins reale Leben mussten. Immerhin wollte ich ja wissen wer hinter dem Mind Ripper steckt und warum er diese Jungs ins Koma verfrachtet hat. Natürlich hatten die Kapitel in der echten Welt einen Zweck. Sie sollten Charaktertiefe schaffen und die Beziehungen der Charaktere untereinander stärken/erklären, aber es hat dem Spannungsbogen halt überhaupt nicht gutgetan. Wenn unsere Charaktere wenigstens auch im realen Leben Hinweise auf den Mind Ripper gefunden hätten, sähe das mit der Spannung vermutlich ganz anders aus.
Erschwerend kommt noch hinzu, das ich mit den Kapiteln in der realen Welt noch ein ganz anderes Problem hatte. Nämlich meine Erwartungen. Durch Klappentext, Titel und die ersten Abschnitte im Buch hat es auf mich den starken Eindruck erweckt das das Buch in das Thrillergenre reingeht. Leider war das absolut nicht der Fall. Weder in der realen Welt noch in der CyberWorld. Die Auflösung des Mind Rippers war extrem harmlos und viel zu viel "Happy End". Die ganze Spannung die bis zur Auflösung aufgebaut wurde, war für mich auf einen Schlag verpufft und ich war einfach enttäuscht. Das sich am Ende dann auch noch jeder lieb hatte, fand ich zusätzlich noch sehr schade. Ich hatte wirklich auf ein anderes, düsteres Ende gehofft.

Abschließende Meinung:
Der erste Teil der CyberWorld Reihe fängt vielversprechend an, hat mich aber letztendlich im Endteil sehr enttäuscht. Es war für mich einfach eine zwar nachvollziehbare, aber viel zu lasche und "Friede Freude Eierkuchen" Auflösung. Von mir gibt es daher 3 von 5 verrückte Gesichter.


Fallen euch spontan Bücher ein, bei denen ihr mit einem Happy End nicht zufrieden wart? Was sagt ihr zu falschen Erwartungen? Habt ihr selbst Buchbeispiele bei denen die Story ganz anders verlaufen ist, als Klappentext und Cover angedeutet haben?

Andrea

1 Kommentar:

  1. Huhu Andrea,
    also erst einmal: Ich finde überhaupt nicht, dass deine Rezension nicht so gelungen ist. Ganz im Gegenteil. Ich habe sehr viel daraus mitgenommen.

    Das von dir beschriebene Gefühl kenne ich aber. Ich hatte auch schon Rezensionen, die ich mir später nochmal durchgelesen habe (nachdem sie veröffentlicht waren) und gedacht habe: Hm... irgendwie gefällt mir das nicht so. Aber ich denke das ist auch ganz normal. Gerade, wenn man im Monat mehrere Rezensionen verfasst. Man ist ja auch nicht jeden Tag in der richtigen Verfassung. Manche Bücher hinterlassen einem mehr, worüber man im Nachhinein nachdenkt, einige sind vielleicht einfach "nur" unterhaltsam und andere vergisst man schnell wieder. Das sind so viele erschiedene Faktoren.

    Aber jetzt zu deinem Buch: Die Story klang für mich äußerst interessant. Gerade die Idee in die Cyberwelt gefiel mir. Auch, dass der Alltag von technischen Hilfsmitteln wie Haushaltsrobotern erleichtert wird, finde ich recht cool. Mich hätte auch nicht gestört, dass kleine Ausflüge in die Gegenwart das Geschehen gelegentlich unterbrechen.

    Jedoch scheint das Potential, welches die Idee bietet nicht ganz so gut ausgeschöpft worden zu sein. Allein die Tatsache, dass du dich immer unangenehm unterbrochen gefühlt hast, zeugt für mich davon, dass die Sprünge in die Gegenwart entweder zu häufig oder falsch gesetzt wurden.
    Auch viele Streitigkeiten können mit Sicherheit sehr nervig werden, wenn sie Überhand nehmen.

    Schade, dass auch der Konflikt nicht zu Genüge ausgereizt wurde.

    Trotzdem eine sehr schöne Rezension, die auf das Buch neugierig macht und irgendwie auch animiert es zu lesen, um herauszufinden, welche Kritikpunkte auch bei mir greifen würden.

    Ganz liebe Grüße Tanja :o)

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