14. September 2016

[R] Die Herren des Waldes 1

Kobrin - Die schwarzen Türme
(Rezension geschrieben von Andrea)






Preis: 14,95 € [D], 3,99 € [eBook]
Einband: Kunstoff Einband
Seitenanzahl: 432 Seiten
Altersempfehlung: ab 12 Jahren.
Meine Wertung: 4 verrückte Gesichter.
Reihe: 1. Buch der "Die Herren des Waldes" Reihe.
Autor: Caroline G. Brinkmann
Verlag: Papierverzierer Verlag
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Inhalt:

Kobrin ist eine junge Elfe, die im Lichtbaumreich Argorn lebt. Im Gegensatz zu anderen Elfen, hat sie keinen Zugang zur Magie und trotzdem wird sie dazu auserwählt einen wichtigen Gegenstand zu beschützen. Dieser Gegenstand muss zu dem Auserwählten gebracht werden, damit die Welt gerettet werden kann. Aber auch die Feinde, die Nox, sind hinter diesem mächtigen Gegenstand her. Zur gleichen Zeit wird der Zauberer Daidalor losgeschickt um mehr über die Nox und deren Pläne herauszufinden. Kurzerhand infiltriert der Zauberer das Lager des Feindes und stößt dabei auf zwei unheimliche schwarze Türme.


Rezension:

Dieses Buch habe ich bei einer Leserunde auf lovelybooks bekommen. Vielen lieben Dank nochmal an die Autorin und den Verlag, für die schöne Leserunde und natürlich das Rezensionsexemplar! :)

In dem ersten Teil der "Die Herren des Waldes" Reihe verfolgen wir zum Großteil die 14 jährige Kobrin, die in Immerblau lebt. Kobrin ist eigentlich eine Elfe, kann aber die Magie weder benutzen noch sehen. Aus diesem Grund wird sie oft das Opfer von Hänseleien. Besonders die Fichtensteingeschwister haben es auf sie abgesehen. Kobrin lässt sich davon aber nicht unterkriegen. Als ihre Großmutter einen Überraschungsbesuch abstattet und die beiden Zwillinge Lani und Luni im Schlepptau hat, beginnen sich die Dinge für Kobrin zu ändern. Obwohl sie keine Magie benutzen kann, wird ihr ein wertvoller Gegenstand anvertraut. Dieser Gegenstand ist äußerst wichtig für die nahende Bedrohung, die niemand zu bemerken scheint, außer Kobrin.
Hin und wieder verfolgen wir als Leser auch noch die Ereignisse rund um den Zauberer Daidalor. Durch diesen Perspektivewechsel bekommen der Leser nochmal schöne Einblicke auf die Feinde und deren Vorgehensweise.
Grundsätzlich geht das Buch erstmal langsam und fröhlich los. Mit der Zeit wird der Ton aber deutlich dunkler. Action und Gewalt kommen hinzu und einige Twists und Cliffhanger halten die Story spannend. Der Schreibstil ist dabei sehr angenehm zu lesen. Egal welche Stadt oder welcher Feind beschrieben wurde, ich hatte beim lesen direkt ein klares Bild vor Augen und das OHNE seitenweise Beschreibungen, die den Lesefluss hätten unterbrechen können.
Grundsätzlich habe ich nicht viel an diesem Buch auszusetzen. Einzig das Verhalten von Kobrin ging mir Stellenweise ein bisschen auf den Zeiger, aber das liegt halt daran das Kobrin nunmal noch recht jung ist und sie sich ihrem Alter entsprechend verhält. Sie hat Angst und möchte die große Verantwortung am liebsten loswerden. Das ist zwar alles sehr verständlich, aber ich für meinen Teil mag dann doch lieber die Charaktere, die sich ins Abenteuer stürzen.
Auch hatte ich das Gefühl das das Buch uns zwar im Groben eine wirklich geniale Fantasywelt präsentiert, allerdings wurde das ganze eher nur angeschnitten. Das Geschehen beschränkt sich nämlich eher auf den Wald und die Bewohner die darin leben und lässt die Außenwelt erstmal außen vor. Natürlich kann ich das jetzt nicht als wirklichen negativ Punkt werten. Immerhin lässt das Ende dieses Bandes vermuten das sich Kobrin's Reise auch noch auf die anderen Städte der Welt ausweiten wird, aber irgendwie wirkte der Wald halt recht klein.

Ich hoffe man versteht was ich damit meine^^

Ein zweiter Punkt bei dem ich zwiegespalten bin, ist der das Kobrin unglaublich viel Glück hatte. Wirklich. Das Mädchen hatte oftmals mehr Glück als Verstand. Aufgerechnet müsste Kobrin nun all ihr Glück, bis zum Ende ihres Lebens, aufgebraucht haben. Einige Fluchtversuche und Ereignisse kamen mir zu einfach vor und mir fehlte halt die generelle Angst als Leser, das die junge Protagonistin ernsthaft verletzt oder sogar getötet werden könnte. Es war halt mehr so ein "Ach die überlebt eh" Gefühl, was einen Ticken der Spannung kaputt gemacht hat.
Auch werden unglaublich viele Fragen, auch fundamentale, im Verlauf der Geschichte aufgeworfen und nur ein gewisser Teil davon wird am Ende beantwortet. Natürlich ist es normal, das bei einem Reihenauftakt nicht alle Fragen direkt im ersten Buch beantwortet werden, aber irgendwie hat mich das Ende doch ein bisschen unbefriedigt zurückgelassen. Es fühlte sich immernoch so an, als würde ich kaum was über die Fantasywelt wissen, obwohl ich über 400 Seiten gelesen habe.


Abschließende Meinung:
Kobrin - Die Zwei Türme ist ein schöner Fantasyreihenauftakt, der mit liebevollen Charakteren und einem angenehmen Schreibstil punkten kann. Brutalität und Gewalt sind vorhanden, weshalb auch mal der ein oder andere Charakter den Löffel abgibt oder der ein oder andere Twist auftaucht. Ungeduldigen Lesern kann ich nur empfehlen sich auch direkt den zweiten Band zu kaufen, da der erste Band doch mehr Fragen aufwirft als er beantwortet. High Fantasy Fans kann ich den Reihenauftakt ans Herz legen, da das Buch ab und an von der Atmosphäre an LotR erinnert. Von mir gibt es daher 4 von 5 verrückte Gesichter.



Mögt ihr Fantasybücher, bei denen es darum geht das noch ein recht junger Protagonist einen wichtigen Gegenstand zu einem bestimmten Ort liefern muss? Oder findet ihr die Idee mittlerweile zu ausgelutscht? 
Mögt ihr eher Abenteuerlustige Charakter bei solchen Storys oder sollten die Charaktere dann doch lieber besonders authentisch/realistisch sein?

Andrea

1 Kommentar:

  1. Huhu Andrea,

    ich finde diese Rezension total gut. Man merkt total, was dir gut gefallen hat und was dich eher gestört hat und man versteht auch durchgehend was du meinst, da kann ich dich beruhigen. =D

    Dass dich die Protagonistin genervt hat, kann ich total nachvollziehen. Ich bin auch mehr ein Fan davon, wenn sich die Protagonistin ins Abenteuer stürzt und etwas mehr Mumm in den Knochen hat. Zwar ist es auch mal toll und interessant, etwas realistisches vor die Nase gesetzt zu bekommen, aber wenn die Protagonistin dadurch am dauermeckern ist, dann macht das nicht ganz so viel Spaß.

    Bei deinen Kritikpunkten muss ich tatsächlich ein wenig grinsen. Vor kurzem habe ich nämlich ein Buch gelesen, dass so gut wie genau das Gegenteil von dem ist, was du eben kritisierst. Deswegen werde ich es dir auch mal direkt empfehlen (bzw. den ersten Band der Reihe) und zwar "Die Nacht der tausend Farben: Tödliche Elemente". Die Protagonistin ist mutig, sucht sogar nach Abenteuer und man ist durchgehend an die Seiten gefesselt, vor allem, weil dieses "Ach die überlebt eh"-Gefühl überhaupt nicht vorhanden ist. xD Nur wird da nicht wirklich ausführlich auf die Welt, in der sie lebt, eingegangen. Man bekommt aber die Rahmendaten und ich fand, das war auch genug, wodurch die Story mehr vorankam. Kann ich dir also nur empfehlen! =)

    Bisher habe ich noch nicht wirklich viele Bücher gelesen, in denen die Protagonistin einen Gegenstand beschützen und an einen bestimmten Ort bringen musste. Ich bin mir um ehrlich zu sein auch nicht ganz so sicher, ob das mir genug an einer Storyline wäre. Was meinst du? Und ist deiner Meinung nach, die Idee mit einer jungen Protagonistin, die einen wichtigen Gegenstand zu einem bestimmten Ort liefern muss, bereits ausgelutscht oder noch nicht?

    Ganz liebe Grüße
    Leni =)

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