13. November 2017

[R] Der Junge auf dem Berg

Der Junge auf dem Berg
(Rezension geschrieben von Andrea)






Preis: 16,99 € [D], 14,99 € [eBook]
Einband: Hardcover
Seitenanzahl: 304 Seiten
Altersempfehlung: ab 12 Jahren.
Meine Wertung: 4 verrückte Gesichter.
Reihe: Einzelband.
Autor: John Boyne
Verlag: FISCHER KJB
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Inhalt:

Der kleine französische Junge Pierrot verliert sehr früh seine Eltern. Seine Tante, die er vorher noch nie getroffen hat, nimmt ihn bei sich auf. Sie arbeitet auf dem Berghof, Adolf Hitler's Sommerresidenz. Durch Adolf Hitlers Einfluss, wird der Junge zu einem seiner größte Befürworter. Um ihm seine Treue zu beweisen, würde Pierrot auch nicht vor Verrat zurückschrecken.


Rezension:

Der Junge auf dem Berg spielt vor-, während und nach dem zweiten Weltkrieg. Die Geschichte wird aus der Sicht des kleinen Jungen Pierrot erzählt, der in Frankreich auf die Welt kommt und auch dort bis zu einem gewissen Alter lebt. Sein Vater ist Deutscher und hat im ersten Weltkrieg gekämpft, seine Mutter ist Französin. Sein bester Freund ist der Jude Anshel. Wegen einiger harter Schicksalsschläge kommt Pierrot ins Heim, von wo aus er dann weiter nach Deutschland zu seiner Tante reist. Diese wohnt und arbeitet auf dem Berghof. Dort begegnet er Adolf Hitler.
Während sich vermutlich viele Menschen bei dem Film "Der Junge im gestreifen Pyjama" die Tränen aus den Augen gewischt haben, ist man bei "Der Junge auf dem Berg" eher fassungslos und doch irgendwie gefesselt. Hier geht es nicht darum das sich ein Junge mit einem Juden anfreundet und gar nicht so recht weiß was um sich herum passiert, nein hier geht es um Pierrot der quasi unter Hitler aufwächst. Zwar fernab vom Krieg und eigentlich auch der Gewalt, aber er kann sich dem Einfluss des Führers nicht entziehen. Es tut einem beim lesen fast schon weh zu sehen, wie der arme Junge in die falsche Richtung getrieben wird. Es zeigt aber auch auf, wie einfach Kinder zu beeinflussen sind.
Der Schreibstil hat etwas kindliches, wird im Verlauf der Geschichte aber erwachsener, genauso wie unser Protagonist. Während Pierrot sich über einige Dinge wundert, sie aber so hinnimmt, hat der Leser das nötige Wissen um zwischen den Zeilen zu lesen. Dieses Buch arbeitet sehr viel mit diesem Wissen, welches wir Deutschen über Hitler und den zweiten Weltkrieg in der Schule lernen.
Die Atmosphäre die dadurch entsteht lässt sich nicht so wirklich beschreiben, man muss es einfach selbst gelesen haben! Wenn ich es aber beschreiben müsste, so würde ich sagen, das ich ein mulmiges Gefühl beim lesen hatte. Tatsache ist, das sich jeder Mensch irgendwo in seiner Meinung beeinflussen lässt und das führt dieses Buch eben wunderbar vor Augen, indem es aus einem lieben Jungen, einen der treusten Untergebenen von Hitler macht.


Abschließende Meinung:
Für mich eine klare Empfehlung an alle, die auch schon "Der Junge im gestreiften Pyjama" gelesen haben oder die sich besonders für den zweiten Weltkrieg und/oder Hitler interessieren. Dieses Buch regt zum nachdenken und "zwischen den Zeilen lesen" an. Euch erwartet keine fröhliche Jugendlektüre, sondern eine Geschichte von der sowohl alt als auch jung etwas lernen kann. Da ich am Anfang etwas brauchte um in die Story zu kommen, gibt es von mir 4 von 5 verrückte Gesichter.


Andrea

1 Kommentar:

  1. Hallo Andrea,
    ich freue mich, dass du das Buch gelesen hast und dass es dir auch so gut gefallen hat. Ich fand auch gerade den schleichenden Prozess, wie Pierrot sich verändert hat und wie er quasi vom Opfer zum Täter wurde sehr interessant zu beobachten.

    Ganz liebe Grüße
    Tanja

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