15. Februar 2018

[R] Geständnisse

Geständnisse
(Rezension geschrieben von Andrea)






Preis: 16,99 € [D], 13,99 € [eBook]
Einband: Gebundenes Buch
Seitenanzahl: 272 Seiten
Altersempfehlung: ab 14 Jahren.
Meine Wertung: 4 verrückte Gesichter.
Reihe: Einzelband
Autor: Kanae Minato
Verlag: C. Bertelsmann












Inhalt:

Moriguchi ist Lehrerin an einer Mittelschule in Japan und alleinerziehende Mutter eines kleinen Mädchens. Durch einen tragischen Unfall ertrinkt ihre Tochter im Schulschwimmbecken der Schule, woraufhin Moriguchi ihren Job kündigt. Am letzten Tag verabschiedet sie sich von ihrer Klasse und offenbart diesen, das es sich bei dem Tod ihrer kleinen Tochter nicht um einen Unfall handelte. Es war Mord. Die Mörder? Zwei ihrer Schüler.


Rezension:

Geständnisse von Kanae Minato war für mich ein Überraschungshit, der mich mit einem unguten Gefühl zurückgelassen hat!

Der Schreibstil und Kapitelaufbau von Kanae Minato ist ungewöhnlich für einen Thriller. Kurze Sätze, viel Gesellschaftskritik und trotzdem eine immer vorhandene Grundspannung, die sowohl im Mittelteil als auch am Ende eines jeden Kapitels einen Höhepunkt findet. Die Kapitel sind so aufgebaut, das wir in jedem aus einer anderen Sichtweise lesen. So werden alle Standpunkte, Sichtweisen und Ereignisse aus unterschiedlichen Blickwinkeln beleuchtet. Jedes Kapitel ist dabei irgendwie etwas besonderes. So haben wir zu Beginn die Rede von Moriguchi wo wir gar keine Dialoge haben. Dann kommt irgendwann ein Kapitel aus der Sichte einer Schülerin, wo wir relativ viele Dialoge vorfinden. Und so weiter. Bei jedem Kapitel merkt man, das es sich um eine andere Person handelt selbst wenn nicht immer sofort klar ist, wer da gerade seine Gedanken mit uns teilt.
Die stellenweise kurzen Sätze sind sehr auf den Punkt gebracht, aber trotzdem wird eine ziemlich bedrückende Atmosphäre erzeugt! So bedrückend, das ich manchmal einen Disneyfilm gucken musste, um dieses Gefühl zu vertreiben.

Die Charaktere waren allesamt irgendwie negativ. Die negativen Eigenschaften und Denkweisen wurden besonders hervorgehoben. Die Abgründe der Menschen wurden hier zum Thema gemacht. Die Frage ob Menschen böse geboren werden oder ob das Umfeld sie böse macht. Was böse überhaupt bedeutet und wie weit einige Menschen bereit sind zu gehen um sich zu rächen. Interessanterweise habe ich mich dabei ertappt wie ich einige Ansichtspunkte der Charaktere nachvollziehen konnte. Andere wiederum haben mich so zum nachdenken angeregt, das ich beispielsweise das Rechtssystem in Japan hinterfragt habe und bei wieder anderen saß ich einfach nur entsetzt vor dem Buch.
Entsetzen. Damit lässt sich das Buch gut beschreiben. Schockierend wäre ein anderes Wort das mir dazu einfallen würde. Die Spannungshöhepunkte haben mich jedes mal aufs neue geschockt zurückgelassen. Manchmal musste ich das Buch aus der Hand legen und manchmal habe ich direkt das nächste Kapitel verschlungen. Ich wollte einfach dringend wissen wie das ganze ausgeht. Am Ende war ich entsetzt. Wenn das Buch eines nicht ist, dann vorhersehbar!

Mein einziger Kritikpunkt ist der, das ich etwas brauchte um mich an den Schreibstil zu gewöhnen. Die Spannung im ersten Kapitel baut sich erst nach einigen Seiten auf, was im Gesamtpaket zwar nicht schlimm ist, aber vermutlich den ein oder anderen Leser langweilen könnte, da Moriguchi beispielsweise viel zu lange über Michkartons schwafelt. Diese kritisieren oder thematisieren von teilweise banalen Dingen, hat mich am Anfang doch recht verwirrt.


Abschließende Meinung:
"Geständnisse" ist wie ein Puzzle in Buchform. Mit jedem Kapitel bekommen wir mehr Einzelheiten, die ein stimmiges Gesamtergebnis erzeugen. Wer auf Bücher mit ausgearbeitete Charaktere und vielen schockierende Twists steht, ist hier auf jeden Fall an der richtigen Adresse! Man sollte sich aber auch auf Gesellschaftskritik einstellen, denn diese wird hier recht groß geschrieben. Im allgemeinen kann ich jedem Thriller Fan nur empfehlen dieses Buch zu lesen! Es fühlte sich irgendwie so realitätsnah an, da die Charaktere so unfassbar menschlich und greifbar beschrieben wurden. Von mir gibt es daher verdiente 4 von 5 verrückte Gesichter.


Andrea

Kommentare:

  1. Hallo Andrea,
    ich muss ja sagen, dass ich bereits bei der Inhaltsangabe schon geschluckt habe. Der Tod des eigenen Kindes durch Ertrinken ist ja schon schlimm genug. Wenn es dann aber noch die eigenen Schüler waren, die das Kind umgebracht haben. Boah, das ist schon heftig.

    Als du dann noch geschrieben hast, dass die Charaktere auch sehr negativ und die Stimmung bedrückend war, habe ich mir gedacht, dass das etwas schwerere Kost ist. Dennoch hast du gerade meine Neugierde geweckt. Das hört sich nach einem sehr interessanten Buch an.

    Ein wenig schmunzeln musste ich, als du geschrieben hast, dass du dir zur Aufheiterung den ein oder anderen Disneyfilm anschauen musstest. :o))))))))))) Das stimmt. Disneyfilme helfen in solchen Situationen immer.

    Ganz liebe Grüße
    Tanja :o)

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  2. Hallo Tanja :)
    Ja, die ganze Thematik ist sehr krass und aufwühlend. Es werden generell sehr viele düstere Themen angeschnitten. Musste mehr als nur schlucken, als ich das Buch gelesen habe. Bei einigen Dingen musste ich sogar lachen, weil es mich so krass geschockt hat, dass ich erst dachte es wäre ein Witz.

    Schwere Kost ist es auf jeden Fall! Sollte man nicht lesen, wenn man gerade in einer schwierigen Phase ist oder generell gerade eher negativ zum Leben eingestellt ist. Freut mich aber sehr, das ich dich neugierig machen konnte :)

    Ja, oder? Das schöne gesinge und die lustigen Szenen können einen immer gut ablenken. Bis das Herz sich dann endlich beruhigt hat und man bereit füpr das nächste Kapitel ist :D

    Liebe Grüße
    Andrea

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